Der berühmteste chinesische Grüntee – mit einer spektakulären kaiserlichen Kulturgeschichte.
Bio Lung Ching – auf Chinesisch 龙井 (Longjing), wörtlich „Drachenbrunnen“ – ist einer der berühmtesten Grüntees der Welt. In China gilt er als kaiserlicher Klassiker und war jahrhundertelang Tribut-Tee für die Kaiserhäuser. Seine charakteristische flache Blattform, die aufwendige Handpress-Herstellung und die kaiserliche Kulturgeschichte machen ihn zu einem der spannendsten Tees im gesamten Sortiment.
Etymologie: 龙井 – der Drachenbrunnen
Der chinesische Name 龙井 (Lóngjǐng) setzt sich aus zwei Zeichen zusammen:
- 龙 (lóng) = Drache
- 井 (jǐng) = Brunnen
Der Name kommt vom Longjing-Brunnen in der gleichnamigen Region südwestlich des Westsees in Hangzhou. Die Legende erzählt: Der Brunnen war in der Trockenzeit die einzige Quelle, die niemals versiegte – die Menschen glaubten, ein Drache lebe darin und beschütze das Wasser. Rund um diesen Brunnen entstand die berühmte Tee-Kultur.
Die Xi-Hu-Region – UNESCO-Weltkulturerbe
Die klassische Anbauregion für Longjing liegt um den Westsee (Xi Hu, 西湖) in Hangzhou, der Hauptstadt der Provinz Zhejiang. Der Westsee ist seit 2011 UNESCO-Weltkulturerbe – eine der berühmtesten Landschaften Chinas, die seit über tausend Jahren Dichter und Maler inspiriert. „Xi Hu Longjing“ ist die geschützte Herkunftsangabe, vergleichbar mit einer Grand-Cru-Klassifikation für Wein.
Kaiser Qianlong und die 18 kaiserlichen Teebäume
Die spannendste Kulturhistorie des Longjing dreht sich um Kaiser Qianlong (Qing-Dynastie, regierte 1735-1796). Er reiste mehrfach nach Hangzhou und verliebte sich in den Longjing-Tee. Der Legende nach pflanzte er eigenhändig achtzehn Teebäume in der Nähe des Hugong-Tempels an den Hängen des Shifeng-Bergs.
Diese achtzehn „kaiserlichen Bäume“ existieren noch heute! Sie werden von der Regierung geschützt und produzieren jährlich winzige Mengen des teuersten Tees Chinas – der bei Auktionen oft für mehrere zehntausend Euro pro Kilogramm verkauft wird. Kaiser Qianlong hat den Longjing damit über tausend Jahre chinesische Tee-Kultur an die Spitze gehoben.
Die Herstellung: Zehn Handbewegungen der Meister-Röstung
Die klassische Longjing-Herstellung ist eine der aufwendigsten in der ganzen chinesischen Tee-Welt. Nach der Ernte werden die Blätter in großen heißen Pfannen von Hand geröstet – aber nicht einfach hin und her bewegt. Die Meister-Rollerin beherrscht zehn verschiedene Handbewegungen, die einzeln benannt sind:
Griff, Wurf, Drücken, Halten, Reiben, Klopfen, Schaben, Fliegen, Formen, Auslöschen
Jede Bewegung hat eine spezielle Funktion: Manche pressen die Blätter flach, andere entwickeln das Aroma, wieder andere stabilisieren die Form. Die Kombination und der Zeitpunkt jeder Bewegung bestimmen die Qualität des fertigen Tees.
Die Meister-Röstung des Longjing ist als chinesisches immaterielles Kulturerbe anerkannt – ein Handwerk, das jahrelanges Training erfordert. Die besten Rollerinnen sind in China respektierte Künstlerinnen ihres Fachs.
Die charakteristische flache Blattform
Ein weiteres Erkennungsmerkmal: Die flache, spatelförmige Blattform entsteht durch das Pressen in der Pfanne. Sie ist das eindeutige visuelle Erkennungsmerkmal, das Longjing von allen anderen chinesischen Grüntees unterscheidet. Kein anderer Grüntee hat diese Optik!
Wie er schmeckt: die klassische Longjing-Note
Der Charakter des Bio Lung Ching zeigt sich in:
- Aroma: Nussig-süß, mit dezenten Kastanien-Noten, klassisch chinesischer Grüntee-Charakter
- Tassenfarbe: Helles Gelbgrün, klar und glänzend
- Geschmacksprofil: Süß-nussig-warm, mit leichter Fruchtigkeit und mineralischer Grundnote, sehr weich
- Charakter: Koffeinhaltig, elegant, kaiserlicher Anspruch
Zubereitung: Die klassische Grüntee-Regel
Wie bei allen Grüntees: Kein kochendes Wasser!
- Wasser aufkochen und einige Minuten abkühlen lassen bis auf 70 bis 85 °C
- Einen gehäuften Teelöffel pro große Tasse
- Ziehzeit: eine bis drei Minuten
- Mehrfach aufgießen – klassisch chinesische Tradition, bis zu drei Aufgüsse aus derselben Blatt-Menge
Mehr zur klassischen chinesischen Grüntee-Kultur findest du auf unserer Bestandteil-Seite Grüner Tee.
Für wen sich der Tee eignet
- Chinesische-Grüntee-Kenner, die den berühmtesten Klassiker der Welt schätzen
- Kulturhistorisch Interessierte, die die Kaiser-Qianlong-Story mögen
- Ästheten, die die klassische Glas-Zubereitung ausprobieren wollen
- Grüntee-Fans, die den süß-nussigen chinesischen Charakter suchen
Für weitere Fokusse:
- Preisgünstiger Alltags-Klassiker: Bio China Sencha – der Bio-Grüntee-Einstieg
- Der poetische Klassiker: Bio Chun Mee – Augenbrauen-Blattform
- Kräftige Alternative: Bio Gunpowder – kraft-spritzig
- Chinesischer Blüten-Klassiker: Bio Feiner Jasmintee – mit Jasminblüten
- Yunnan-Region: Bio Yunnan FOP – aus der botanischen Ursprungsregion
- Fujian-Klassik: Grüntee White Monkey – Honig-Noten
- Spitzenklasse Jasmin: Bio Jasmin Dragon Phoenix Pearls – kaiserliche Perlen
Mein Tipp: Das Longjing-Ritual im Glas
Bereite den Bio Lung Ching in einem hohen Glas oder einer Glaskanne zu. Übergieße die Blätter mit dem heißen Wasser (75-80 °C) und beobachte, wie sie langsam im Glas tanzen – zuerst schweben die flachen Blätter oben, dann sinken sie ab, drehen sich langsam, und sortieren sich am Boden ordentlich aus. Das ist die klassische chinesische Longjing-Zeremonie: der Tee als visuelles Erlebnis, nicht nur als Getränk.
Du willst weitere chinesische Grüntees oder die kulturhistorische Geschichte des Grüntees entdecken? Hier findest du unser Sortiment an Grüntees oder die Bestandteil-Seite Grüner Tee mit Kaiser Shen Nong, chai vs. tea und der Sen-no-Rikyū-Teezeremonie.
Zutaten: Bio Grüntee
Häufige Fragen zum Bio Lung Ching
Was bedeutet „Lung Ching“ auf Deutsch? „Lung Ching“ ist die westliche Transkription des chinesischen 龙井 (Lóngjǐng) – wörtlich „Drachenbrunnen“:
- 龙 (lóng) = Drache
- 井 (jǐng) = Brunnen
Der Name kommt vom Longjing-Brunnen in Hangzhou, der als besonders rein galt. Die Legende: Ein Drache soll den Brunnen bewohnt und das Wasser beschützt haben. Rund um diesen Brunnen entstand die berühmte Tee-Kultur.
Was hat Kaiser Qianlong mit dem Tee zu tun? Kaiser Qianlong (Qing-Dynastie, regierte 1735-1796) reiste mehrfach nach Hangzhou und verliebte sich in den Longjing-Tee. Der Legende nach pflanzte er eigenhändig achtzehn Teebäume in der Nähe des Hugong-Tempels. Diese achtzehn „kaiserlichen Bäume“ existieren noch heute und produzieren jährlich winzige Mengen des teuersten Tees Chinas! Kaiser Qianlong hat den Longjing damit zum offiziellen kaiserlichen Tribut-Tee erhoben.
Wo genau liegt die klassische Anbauregion? Die klassische Anbauregion liegt um den Westsee (Xi Hu, 西湖) in Hangzhou, der Hauptstadt der Provinz Zhejiang. Der Westsee ist seit 2011 UNESCO-Weltkulturerbe – eine der berühmtesten Landschaften Chinas. „Xi Hu Longjing“ ist die geschützte Herkunftsangabe, vergleichbar mit einer Grand-Cru-Klassifikation für Wein.
Warum hat Longjing eine so charakteristische flache Blattform? Die flache, spatelförmige Blattform entsteht durch das Pressen der Blätter in großen heißen Pfannen während der Herstellung. Es ist das eindeutige visuelle Erkennungsmerkmal, das Longjing von allen anderen chinesischen Grüntees unterscheidet. Kein anderer Grüntee hat diese Optik!
Was sind die „zehn Handbewegungen“ der Longjing-Herstellung? Die klassische Longjing-Herstellung erfordert zehn verschiedene Handbewegungen in der heißen Pfanne: Griff, Wurf, Drücken, Halten, Reiben, Klopfen, Schaben, Fliegen, Formen, Auslöschen. Jede Bewegung hat eine spezielle Funktion – manche pressen die Blätter flach, andere entwickeln das Aroma, wieder andere stabilisieren die Form. Die Meister-Röstung ist als chinesisches immaterielles Kulturerbe anerkannt und erfordert jahrelanges Training.
Warum wird Lung Ching klassisch in einem Glas zubereitet? Weil die schönen flachen Blätter im heißen Wasser „tanzen“ – sie steigen auf, sinken ab, drehen sich langsam. Bei anderen chinesischen Grüntees (Chun Mee, Gunpowder) ist die Blatt-Bewegung weniger spektakulär, aber Longjing entfaltet dank seiner flachen Form eine besonders schöne visuelle Choreografie. Deshalb wird der Tee klassisch in einem Glas oder einer Glaskanne zubereitet, damit das visuelle Ritual sichtbar bleibt.
Wie schmeckt Lung Ching? Das klassische Longjing-Geschmacksprofil ist süß-nussig-warm mit dezenten Kastanien-Noten und leichter Fruchtigkeit. Weicher als japanische Sencha, mit einer charakteristischen mineralischen Grundnote. Elegant und ausgewogen – nichts Aufdringliches.
Kann ich Lung Ching mehrfach aufgießen? Ja, absolut empfohlen! Wie alle guten chinesischen Grüntees kann Longjing zwei- bis dreimal aufgegossen werden. Nach dem ersten Aufguss die feuchten Blätter im Sieb oder Glas belassen und für den zweiten Aufguss wieder mit warmem Wasser übergießen. Der zweite Aufguss zeigt oft eine andere, oft feinere Aromen-Nuance.
Wie unterscheidet sich Lung Ching von anderen chinesischen Grüntees? Der Longjing hat mehrere eindeutige Erkennungsmerkmale:
- Flache, spatelförmige Blattform (durch Pressen in Pfannen)
- Süß-nussig-kastanienartiger Charakter (nicht grasig-frisch wie japanische Grüntees)
- Elegante mineralische Grundnote (die die Xi-Hu-Region prägt)