Salbei ist einer der wichtigsten Klostergarten-Kräuter Europas – seit über 3.000 Jahren dokumentiert. Bei teeliebe erscheint er in Kräuter-Blends. Und die botanische Geschichte hinter dem klassischen Küchenkraut ist reicher als vermutet: Rosmarin ist seit 2017 auch ein Salbei! Und Chia-Samen sind Samen einer Salvia-Art!
Botanik
Salbei gehört zur Familie Lamiaceae (Lippenblütler). Verwandt mit Melisse, Pfefferminze, Lavendel, Rosmarin, Thymian, Basilikum, Oregano, Majoran, Ysop, Bohnenkraut, Sideritis (griechischer Bergtee), Katzenminze.
Salvia – die größte Lamiaceae-Gattung mit 1.000 Arten!
Die Gattung Salvia umfasst weltweit ca. 1.000 Arten. Von Küchen-Salbei über Rosmarin, Chia, Muskateller-Salbei bis zum halluzinogenen Aztekischen Salbei (Salvia divinorum) und dem Räucher-Salbei der Native Americans (Salvia apiana).
Rosmarin ist Salvia!
Rosmarin wurde 2017 in die Gattung Salvia umgruppiert! Rosmarinus officinalis → Salvia rosmarinus. Genetische Studien zeigten eindeutig: Rosmarin ist eine Salvia. Salbei und Rosmarin sind nicht nur verwandt, sondern derselben Gattung!
Etymologie
Der Name „Salvia“ hat einen sprachlich verräterischen Ursprung: „Salvia“ vom lateinischen „salvare“ = „retten, heilen“. Auf Arabisch heißt Salbei „miramya“ = „Marias Kraut“ (Legende: Maria versteckte auf der Flucht nach Ägypten das Jesus-Kind unter einem Salbei-Strauch).
Karl der Große
Karl der Große ließ Salbei im „Capitulare de villis“ (~795) in allen Klostergärten anbauen, parallel zu Melisse, Mandel, Süßholz, Karotte, Malve und Anis.
Salerno-Schule (~1050): Das berühmteste Salbei-Zitat der Geschichte: „Cur moriatur homo, cui salvia crescit in horto?“ – „Warum sollte ein Mensch sterben, in dessen Garten Salbei wächst?“ Eine rhetorische Frage der frühen europäischen Medizin.
Kulinarische Klassiker
Saltimbocca alla Romana (Kalbfleisch mit Prosciutto und Salbei), Salbei-Butter zu Pasta, Salvia in pastella (frittierte Salbei-Blätter), Kürbis-Risotto, Bratwurst-Gewürz. Salbei ist einer der wichtigsten Herbst-Klassiker der italienischen und österreichischen Küche.
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Salbei hat einen kräftig-würzigen, leicht bitteren Charakter mit einer kampferartigen und harzigen Note. Als Aroma-Zutat sehr präsent – wenige Blätter reichen für einen intensiven Charakter.
Salbei harmoniert besonders gut mit: