Oolong ist einer der komplexesten und faszinierendsten Tees der Welt – nicht wegen der Zutat, sondern wegen der Verarbeitung. Bei teeliebe erscheint Oolong in vier Produkten – von leicht oxidiertem Tie Guan Yin bis stark oxidiertem Formosa. Ein spannender Etymologie-Aha: „Oolong“ (wūlóng) heißt chinesisch „schwarzer Drache“.
Botanik: Camellia sinensis
Oolong wird aus den Blättern der Camellia sinensis hergestellt – der Tee-Pflanze aus der Familie Theaceae (Teestrauchgewächse). Alle „echten“ Tees kommen von dieser einen Art: Grüntee, Weißtee, Gelbtee, Oolong, Schwarztee, Pu-Erh – der Unterschied liegt nur in der Verarbeitung, nicht in der Pflanze!
Etymologie
„Oolong“ (烏龍) heißt chinesisch „schwarzer Drache“:
Drei Legenden zur Namensentstehung: Der Bauer Sung Zheng ließ die Blätter zu lange in der Sonne (ein Reh lenkte ihn ab), die Oxidation entstand zufällig. Oder: Ein Chinese namens Wu Liang entdeckte den Prozess. Oder ganz einfach: Die dunklen, gerollten Blätter sehen aus wie kleine schwarze Drachen.
Herkunft: China Fujian und Taiwan
China – Provinz Fujian (福建):
Taiwan (die späte Oolong-Welt):
Historie – 1.000 Jahre Oolong
Vermutlich in der Ming-Dynastie (1368-1644) entstanden.
Da Hong Pao-Legende: Der Legende nach war die Mutter eines Kaisers schwer krank. Ein Mönch von den Wuyi-Bergen brachte ihr Tee vom „Großen Roten Roben“-Strauch – sie erholte sich. Der Kaiser schenkte den Mönchen daraufhin große rote Roben für die drei ursprünglichen Sträucher. Diese originalen Sträucher stehen bis heute an einer Felswand in Wuyi und werden bewacht – der Tee davon ist der teuerste Tee der Welt.
Tie Guan Yin-Legende: Ein armer Bauer namens Wei Yin in Anxi restaurierte einen alten Tempel der Göttin Guanyin. Sie erschien ihm im Traum und wies ihn auf einen Teestrauch in den Felsen. Der Strauch war eisern zäh (daher „Eisen“) und der Tee köstlich – daher „Tie Guan Yin“ („Eiserne Guanyin“).
John Dodd (1866): Der schottische Kaufmann exportierte 1866 den ersten Formosa-Oolong von Taiwan nach New York. Der Tee wurde ein Weltmarkt-Erfolg und machte Taiwan zum wichtigen Oolong-Weltmarktführer.
Der Verarbeitungsprozess
Der Oolong-Prozess ist einer der aufwendigsten in der Tee-Herstellung: Welken, Rütteln, Oxidation (10-80 %), Fixation (Wok-Erhitzen), Rollen, Trocknen
Gongfu-Cha – die Kunst der Zubereitung
Gongfu-Cha (Kung-Fu-Cha, 功夫茶) ist die klassische Oolong-Zeremonie – „Tee mit Kunstfertigkeit“. Kleine Kanne (100-200 ml, aus Yixing-Ton 紫砂 aus Jiangsu), viele Blätter, kurze Ziehzeiten, bis zu 10-15 Aufgüsse aus demselben Blattmaterial. Jeder Aufguss ein anderes Aromaprofil. Yixing-Kannen entwickeln mit der Zeit eine Patina und werden immer besser – eine gute Kanne wird nur für eine einzige Tee-Sorte verwendet.
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10,00 € – 46,00 €
8,50 € – 39,10 €
11,90 € – 54,70 €
7,90 € – 36,30 €
Oolong hat einen milden, blumigen Charakter mit einer leicht süßlichen und oft fruchtigen Note. Charakteristische Pfirsich-Note durch Camellia-sinensis-Terpene.
Der Charakter variiert stark je nach Oxidations-Grad:
Oolong harmoniert besonders gut mit: