Sternanis ist eines der wichtigsten Gewürze der chinesischen und vietnamesischen Küche – über 3.000 Jahre alt und weltweit bekannt für seine sternförmigen Fruchtkapseln.
Illicium verum
Sternanis gehört zur Familie Schisandraceae (früher Illiciaceae, seit 2003 nach dem APG-System zu Schisandraceae zusammengefasst). Er ist ein immergrüner Baum bis 20 m Höhe – Ursprung: Süd- und Südostasien, insbesondere China (Guangxi, Yunnan) und Vietnam.
Anethol
Sternanis enthält 80-95 % trans-Anethol – das gleiche Aroma-Molekül wie echter Anis, Fenchel, Süßholz und Estragon.
Chinesisches 5-Gewürze-Pulver (五香粉)
Sternanis ist eines der fünf Kern-Gewürze im „五香粉“ (wǔxiāng fěn) = „5-Gewürze-Pulver“: Sternanis, Fenchelsamen, Nelken, Zimt (Cassia) und Sichuan-Pfeffer. Ur-chinesisches Küchen-Gewürz für Peking-Ente, Char Siu, Dong Po Rou und rot-geschmorte Gerichte (紅燒).
Vietnamesische Pho-Suppe
Sternanis ist der essenzielle Bestandteil der Pho-Brühe – der weltberühmten vietnamesischen Nudelsuppe. Klassische Pho-Gewürze: Sternanis, Zimt, Nelken, Kardamom, Koriander und geröstete Zwiebeln.
Etymologie
Weg nach Europa (16. Jh.)
Sternanis kam über die Seidenstraße ins osmanische Reich und wurde von portugiesischen Seefahrern über die maritime Handelsroute nach Europa gebracht. Erstmals in Deutschland um 1600 dokumentiert. Im 19. Jahrhundert wurde er als günstiger Sternanis-Öl-Ersatz für den teureren echten Anis verwendet. In Deutschland als Weihnachtsgewürz etabliert – Lebkuchen, Glühwein, Pfeffernüsse, Spekulatius. Die Chai-Bewegung hat Sternanis im 21. Jahrhundert erneut populär gemacht.
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Sternanis hat einen süß-würzigen, warm-lakritzartigen Charakter – im Aroma dem echten Anis sehr ähnlich (gleiches Anethol-Molekül), aber mit einer tieferen, festlicheren Note.
Sternanis harmoniert besonders gut mit: