Die Kornblume (Centaurea cyanus) ist eine der bekanntesten Blumen Mitteleuropas – heute leider auch eine der am stärksten gefährdeten Ackerwildkräuter. Bei teeliebe erscheint sie als leuchtend blauer visueller Deko-Charakter in Bio-Früchtetees, Grüntees, Rooibos und Dessert-Schwarztees.
Botanik
Die Kornblume gehört zur Familie Asteraceae (Korbblüter) – der weltweit größten Pflanzenfamilie mit über 32.000 Arten. Damit ist sie verwandt mit Sonnenblume, Ringelblume, Kamille, Schafgarbe, Löwenzahn, Färberdistel/Saflor und Zichorie.
Etymologie: Zentauren und Lasurblau
Der wissenschaftliche Name ist reich an Bedeutung: „Centaurea“ kommt von den mythischen Zentauren der griechischen Mythologie – der Legende nach heilte der weise Zentaur Chiron den Helden Herakles mit einer Centaurea-Pflanze. „cyanus“ kommt vom griechischen „kyanos“ (dunkelblau, lasurblau) – die Ursprungsquelle für unser modernes „Cyan“ im Druckwesen. Der deutsche Name „Kornblume“ bezieht sich auf das Wachstum in Getreidefeldern.
Herkunft
Die Kornblume stammt ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum und Kleinasien – kam als Ackerbegleiterin mit dem Getreideanbau nach Mittel- und Nordeuropa, vermutlich schon in der Jungsteinzeit.
Historie – 3.300 Jahre Kornblume
Kornblumen wurden bereits in Tutanchamuns Grab (gestorben 1323 v.Chr.) gefunden – Teil der Sarkophag-Girlande. Bis in die 1950er Jahre war die Kornblume eine typische Massenpflanze in mitteleuropäischen Getreidefeldern – die blauen Getreidefelder waren ein prägendes Landschaftsbild. Ab den 1960er Jahren dramatischer Rückgang durch Herbizid-Einsatz und Saatgut-Beizung. Heute ist die Kornblume in vielen Regionen stark gefährdet oder verschwunden. Renaissance seit den 2000er Jahren durch Bio-Anbau und Blühstreifen-Programme.
Preußische Nationalblume – die Königin-Luise-Legende
Die Kornblume ist die Preußische Nationalblume. Nach der Schlacht bei Jena (1806) floh Königin Luise von Preußen mit ihren Kindern vor den napoleonischen Truppen. Auf der Flucht mussten sie sich in einem Kornblumenfeld verstecken. Königin Luise flocht Kornblumen-Kränze, um die weinenden Kinder zu beruhigen. Einer davon war der spätere Kaiser Wilhelm I. – der zeit seines Lebens immer eine Kornblume an seinem Rock trug. Damit wurde die Kornblume zum Symbol Preußens.
Bleuet de France – Frankreichs Kriegsopfer-Blume
In Frankreich ist die Kornblume – „Bleuet“ – das Symbol der Weltkriegsveteranen und Kriegsopfer. Nach dem Ersten Weltkrieg wuchsen Kornblumen als erste Pflanzen in den zerstörten Schlachtfeldern der Westfront (wie auch der Klatschmohn – daher die englische Poppy-Tradition). Am 11. November (Waffenstillstandstag) wird in Frankreich der „Bleuet de France“ getragen.
Bedrohte Ackerbegleiterin
Die Kornblume ist heute in vielen Regionen stark gefährdet oder ausgestorben. Grund: intensive Landwirtschaft mit Herbizid-Einsatz. Sie ist damit eine Zeigerart für die Biodiversität in Agrarlandschaften. Bio-Anbau ist zentral für den Erhalt der Art – in Bio-Getreidefeldern, Blühstreifen und ökologischen Gärten kann sich die Kornblume wieder etablieren.
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Kornblumenblüten sind primär visuell wirksam – mit einem milden, kaum wahrnehmbaren leicht blumigen Charakter. Ihre Aromaneutralität macht sie zur idealen visuellen Deko-Zutat, die den Blend nicht geschmacklich überlagert. Ihre Rolle: das Auge trinkt mit – die leuchtend blauen Blüten geben jedem Blend eine unverwechselbare Optik.
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