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Hast du in letzter Zeit mal einen Blick in die Instagram-Feeds der angesagten Cafés geworfen? Dann ist dir bestimmt dieses bernstein bis braunfarbene Getränk aufgefallen, das überall neben dem allgegenwärtigen Matcha steht: Houjicha. Der geröstete Grüntee aus Japan ist gerade dabei, Europa und vor allem auch den deutschsprachigen Raum zu erobern — und ich finde: völlig zu Recht.

In diesem Artikel nehme ich dich mit in die Welt des Houjicha. Du erfährst, was ihn so besonders macht, wie er hergestellt wird, welche Sorten es gibt und wie du ihn richtig zubereitest. Los geht’s!

Was ist Houjicha eigentlich?

Houjicha (auch Hōjicha geschrieben, japanisch 焙じ茶) bedeutet wörtlich übersetzt schlicht „Rösttee“. Und genau das ist er auch: ein gerösteter Grüntee aus Japan. Durch die Röstung wird aus einem klassischen grünen Tee etwas ganz Neues — ein Tee, dessen Blätter braun werden und der auf den ersten Blick eher wie ein Schwarztee aussieht als wie ein Grüntee.

Der Geschmack? Komplett anders als bei klassischen japanischen Grüntees wie Sencha oder Gyokuro. Statt grasig-frischer Noten bekommst du hier ein warmes, nussiges Aroma mit Anklängen an Kakao, Karamell und sogar leicht rauchigen Noten. Manche Teeliebhaber:innen beschreiben den Geschmack sogar als kaffeeähnlich — was erklärt, warum Houjicha gerade als Kaffee-Alternative so gefragt ist.

Wie wird Houjicha hergestellt?

Der Produktionsprozess startet genauso wie bei klassischem Grüntee. Die Blätter werden geerntet, noch am selben Tag gedämpft (damit die grüne Farbe erhalten bleibt), anschließend gerollt und getrocknet. Bis hierher also ganz normaler japanischer Grüntee.

Der entscheidende Unterschied kommt danach: Die fertigen Teeblätter werden bei hoher Temperatur geröstet. Traditionell geschieht das über Holzkohle oder heute meist in speziellen Trommelröstern — ein wenig so wie beim Kaffee, mal etwas heller, mal etwas dunkler. Je nach Röstgrad entstehen unterschiedliche Aromaprofile: von zart-nussig bis intensiv-röstig.

Was mich besonders fasziniert: Für Houjicha werden ursprünglich oft Teeblätter aus späteren Ernten oder Stängel verwendet — also Blattmaterial, das vorher oft als weniger hochwertig galt. Die Röstung verwandelt diese Grundlage in etwas völlig Neues. Das ist japanische Teekultur in Reinform: Aus scheinbar Einfachem entsteht etwas Herausragendes.

Die wichtigsten Houjicha-Varianten

Je nach verwendetem Ausgangstee gibt es verschiedene Houjicha-Sorten, die du kennen solltest:

Hoji-Sencha: Der Klassiker. Gerösteter Sencha mit ausgewogenem Geschmack und schöner Komplexität.

Hoji-Bancha: Wird aus den etwas größeren Blättern späterer Ernten hergestellt. Ein typischer Alltagstee in Japan.

Kuki-Houjicha: Hier werden ausschließlich die Stängel geröstet. Das Ergebnis ist besonders mild, weich und leicht nussig mit feinen Kakao- und Cookie-Noten. Durch den geringen Koffeingehalt ist er ein idealer Begleiter für den späten Nachmittag oder Abend.

Houjicha-Pulver: Die moderne Interpretation. Hier werden die gerösteten Blätter sehr fein vermahlen — ähnlich wie beim Matcha. Dieses Pulver ist die Grundlage für den angesagten Houjicha Latte und eignet sich hervorragend zum Backen oder für Eis.

>>TIPP: Wie schnell & einfach du dir einen Houjicha Latte machst, zeige ich dir in diesem kurzen Video

Warum Houjicha gerade so ein Hype ist

Houjicha hat einige Eigenschaften, die ihn zum perfekten Tee für unsere Zeit machen:

Wenig Koffein

Durch den Röstprozess verliert der Tee einen großen Teil seines Koffeins. Das macht ihn zu einer hervorragenden Wahl für den Abend, für koffeinempfindliche Menschen oder einfach als entspannte Alternative zu Kaffee und Matcha. In Japan wird Houjicha traditionell sogar Kindern und älteren Menschen angeboten — selbst Kleinkinder trinken ihn dort.

Magenfreundlich

Houjicha enthält weniger Säure und Gerbstoffe als klassische Tees und zählt deshalb zu den besonders magenfreundlichen Teesorten. Genau deshalb wird er in Japan traditionell nach dem Essen gereicht.

Unkompliziert in der Zubereitung

Während du bei Gyokuro oder hochwertigem Sencha auf genau die richtige Wassertemperatur achten musst, ist Houjicha deutlich entspannter. Durch die Röstung wird er unempfindlicher gegenüber hohen Temperaturen und kann sogar mit fast kochendem Wasser aufgegossen werden, ohne bitter zu werden. Perfekt für den Alltag.

Vielseitig verwendbar

Houjicha-Pulver findet mittlerweile in der modernen Küche vielfältige Verwendung: von Houjicha-Eis über Kuchen und Cookies bis hin zu raffinierten Cocktails. Seine vielseitige Einsetzbarkeit macht ihn zum Liebling kreativer Baristas, Patissiers und Hobbyköche.

 

So bereitest du Houjicha richtig zu

Als klassischer Blatttee

Für einen Aufguss brauchst du etwa 5 bis 10 Gramm Teeblätter auf 200 ml Wasser. Das Wasser sollte 90–100 °C heiß sein — du kannst also ganz entspannt frisch aufgekochtes Wasser verwenden. Die Ziehzeit liegt zwischen 30 Sekunden und 3 Minuten, je nachdem, wie intensiv du deinen Tee magst.

Mein Tipp: Starte mit einer kürzeren Ziehzeit und taste dich ran. Houjicha lässt sich übrigens bis zu dreimal aufgießen — der zweite Aufguss ist oft besonders aromatisch.

Als Houjicha Latte

Der Houjicha Latte ist gerade der Trend schlechthin. So machst du ihn zuhause:

  1. Gib 4 Gramm gesiebtes Houjicha-Pulver und nach Geschmack etwas Zucker, Agavendicksaft – oder mein Favorit: Ahornsirup in eine Tasse.
  2. Übergieße alles mit etwa 30 ml kochendem Wasser und verrühre es gründlich, bis sich das Pulver vollständig gelöst hat.
  3. Erhitze 150 ml Milch (oder deine bevorzugte Pflanzenmilch) und schäume sie auf.
  4. Gieße die Milch langsam zur Houjicha-Basis.
  5. Fertig! Optional kannst du noch etwas Vanille oder Houjicha-Sirup zum Dekorieren verwenden.

 

Infografik mit drei Karten zur Zubereitung von Houjicha: klassischer Aufguss bei 90–100 °C, Houjicha Latte mit Pulver und warmer Milch sowie Cold Brew für 2–4 Stunden im Kühlschrank

Kalt servierter Houjicha — der Geheimtipp

In Japan ist kalter Houjicha im Sommer extrem beliebt — man bekommt ihn dort sogar in Plastikflaschen aus den berühmten Getränkeautomaten. Für die heiße Jahreszeit kannst du ihn also genauso gut eiskalt genießen: einfach den fertigen Aufguss abkühlen lassen und auf Eis servieren. Durch das Röstaroma wirkt er selbst kalt unglaublich aromatisch und gehört für mich zu den besten Sommer-Eistees überhaupt.

Fazit: Warum du Houjicha unbedingt probieren solltest

Houjicha ist für mich eine der spannendsten Entwicklungen in der japanischen Teewelt der letzten Jahre. Er verbindet die jahrhundertealte Tradition japanischer Grüntees mit einem Geschmacksprofil, das auch Kaffeefreunde und Matcha-Skeptiker sofort abholt.

Ob pur als entspannter Abendtee, als cremiger Latte oder als Zutat für kreative Backkreationen — Houjicha ist einer dieser Tees, die sich ganz unaufgeregt in deinen Alltag schleichen und dann plötzlich nicht mehr wegzudenken sind.

Mein Tipp: Starte mit einem klassischen Kuki-Houjicha, um das Aromaprofil kennenzulernen. Und wenn du dann Lust auf mehr hast, wirf unbedingt einen Blick auf das Houjicha-Pulver — damit öffnet sich dir eine ganz neue Welt an Möglichkeiten in der Küche.

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