Die Sonnenblume (Helianthus annuus) ist eine der bekanntesten Blumen der Welt – mit ihrer leuchtend goldgelben Blüte, der mathematischen Fibonacci-Spiralen-Anordnung im Zentrum und ihrem Heliotropismus.
Etymologie
Wissenschaftlich „Helianthus“ – griechisch „Helios“ (Sonne) + „anthos“ (Blume) = wörtlich „Sonnenblume“. Der lateinische Beiname „annuus“ bedeutet „einjährig“. Französisch „Tournesol“ und spanisch „Girasol“ heißen wörtlich „sich zur Sonne drehend“ – nach dem Heliotropismus benannt.
Ursprung Nordamerika – die Azteken-Historie
Nordamerika – speziell das heutige Mexiko und die südlichen USA. Die indigenen Völker – Azteken, Otomí, Nahua – kultivierten die Sonnenblume schon vor 4.000-5.000 Jahren. Sie war eine heilige Blume der Sonne, verehrt in den aztekischen Sonnentempeln und Symbol der Sonnengottheit Huitzilopochtli.
Peter der Große und die russische Weltmarkt-Story
Spanische Kolonisatoren brachten die Sonnenblume im 16. Jahrhundert nach Europa – zunächst als Zierpflanze. Peter der Große brachte sie im 17. Jahrhundert von seiner Bildungsreise durch die Niederlande nach Russland. Die russisch-orthodoxe Kirche verbot in der über 200-tägigen Fastenzeit tierische Fette und viele Pflanzenöle – Sonnenblumenöl war aber erlaubt, weil es zur Zeit der ursprünglichen Fasten-Verbote noch unbekannt war in Europa. Das führte zum explosionsartigen Sonnenblumen-Anbau. Heute sind Russland und Ukraine mit über 50 Prozent der Weltproduktion die dominierenden Produzenten.
Fibonacci
Die Röhrenblüten im Sonnenblumen-Zentrum folgen exakt der Fibonacci-Sequenz. Die kleinen Blüten sind in zwei überlagerten Spiralrichtungen angeordnet – eine im Uhrzeigersinn, eine gegen den Uhrzeigersinn. Die Anzahl der Spiralen ist immer eine Fibonacci-Zahl (21/34, 34/55, 55/89, 89/144). Der Grund: Der Goldene Winkel (137,5°) erlaubt die optimale Packungsdichte.
Heliotropismus – die Sonnenwanderung
Junge Sonnenblumen folgen der Sonne am Himmel – morgens nach Osten, mittags nach Süden, abends nach Westen, nachts zurück nach Osten. Grund: Das Wachstumshormon Auxin wandert auf die Schattenseite und lässt diese schneller wachsen. Erwachsene, blühende Sonnenblumen stehen dann fest nach Osten ausgerichtet – weil Bienen ostwärts gerichtete Blüten bevorzugen.
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Sonnenblumenblüten sind primär visuell wirksam – mit einem milden, leicht süßlich-blumigen Charakter.
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