Es handelt sich um den klassischen Rotbuschtee aus dem Cederberg-Gebirge in Südafrika – dem einzigen Anbaugebiet der Welt. Seit 2021 ist der Name durch die EU als geschützte Ursprungsbezeichnung geschützt. Botanisch gehört Rooibos zur Familie Fabaceae (Hülsenfruchtgewächse) und ist damit verwandt mit Bohnenhülsen, Süßholz, Erbsen, Linsen, Erdnuss und Sojabohne.
Cederberg – der einzige Ort der Welt
Rooibos wächst ausschließlich im Cederberg-Gebirge in Südafrika – einer Region etwa 200 Kilometer nördlich von Kapstadt im Westkap. Kein anderer Ort der Welt kann Rooibos kultivieren. Alle Versuche, Rooibos in Australien, Kalifornien oder Chile anzubauen, sind bislang gescheitert. Das Cederberg-Anbaugebiet umfasst nur etwa 500 Quadratkilometer – eine erstaunlich kleine Fläche für ein weltweit exportiertes Getränk.
Die Rooibos-Pflanze braucht spezifische sandige, nährstoffarme Böden mit niedrigem pH-Wert, mediterranes Klima mit heißen trockenen Sommern und kühlen feuchten Wintern, wintersaisonalen Niederschlag von 500-750 mm im Jahr sowie spezifische Bodenbakterien (Bradyrhizobium), die mit den Rooibos-Wurzeln in Symbiose leben.
EU-Ursprungsschutz seit 2021
Am 31. Mai 2021 erhielt Rooibos den EU-Ursprungsschutz als geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.) – das ist das strengste EU-Herkunftsschutzsiegel, dieselbe Kategorie wie Champagne, Parmigiano Reggiano oder Roquefort. Seither darf nur noch Rooibos aus dem Cederberg-Gebiet den Namen „Rooibos“ tragen. Der Antrag wurde bereits 2013 gestellt – ein achtjähriger Prozess. Rooibos war das erste afrikanische Produkt mit EU-Ursprungsschutz.
Etymologie – der Rote Busch
Afrikaans „Rooibos“ heißt wörtlich „Roter Busch“ (rooi = rot, bos = Busch). Wissenschaftlich linearis kommt aus dem Lateinischen und heißt „linienförmig“ – bezieht sich auf die klassisch schmalen, nadelförmigen Blätter, die im getrockneten Zustand die charakteristischen Rooibos-Nadeln bilden. Deutsch klassisch Rotbusch oder Rotbuschtee, englisch Red Bush Tea oder einfach Bush Tea.
Historie – von Khoisan zu Ginsberg
Die klassischen ursprünglichen Nutzer des Rooibos sind die Khoisan – die indigenen Aborigenes des südlichen Afrikas. Sie nutzten die wild wachsenden Rotbuschpflanzen klassisch schon lange vor der europäischen Kolonialisierung. Nach der Ankunft der Buren-Siedler im 17. Jahrhundert wurde die Nutzung übernommen. 1772 dokumentierte der schwedische Botaniker Carl Peter Thunberg (Schüler von Linné) die Pflanze wissenschaftlich zum ersten Mal. 1904 vermarktete Benjamin Ginsberg – ein russisch-jüdischer Einwanderer aus Klerksdorp – Rooibos als erster kommerziell. In den 1930er Jahren entwickelte der Arzt Dr. Petrus Le Fras Nortier die systematische Kultivierung, bis dahin wurde Rooibos ausschließlich wild geerntet. Während des Zweiten Weltkriegs stieg Rooibos in Südafrika klassisch zum wichtigsten Tee-Ersatz auf.
Wupperthal und die Kleinbauern-Genossenschaften
Wupperthal – ein kleines Dorf tief im Cederberg – ist klassisch das Herz des südafrikanischen Bio- und Fair-Trade-Rooibos. Die Region ist historisch von der klassischen Land-Restitution nach der Apartheid geprägt – viele Rooibos-Kleinbauern sind Nachfahren der Khoisan, die durch die Apartheid-Politik enteignet worden waren. Klassisch sind mehrere Kleinbauern-Genossenschaften aktiv, die Bio- und Fair-Trade-zertifizierten Rooibos produzieren.
Rooibos ist botanisch kein Tee
Rooibos ist kein Tee im engeren botanischen Sinn. Was allgemein als „Tee“ bezeichnet wird, kommt klassisch von Camellia sinensis (Familie Theaceae) – dem chinesischen Teestrauch. Rooibos gehört zur Familie Fabaceae und hat botanisch keine Verwandtschaft mit Camellia sinensis. Deshalb: Rooibos ist klassisch koffeinfrei, kaum bitter (nur 0,5 Prozent Tannine gegenüber 10-15 Prozent bei Camellia sinensis), verzeiht lange Ziehzeit, klassisch für Kinder und Schwangere geeignet.
Klimawandel-Bedrohung
Das Cederberg-Terroir ist klassisch besonders anfällig für den Klimawandel. Die mediterrane Klima-Zone verschiebt sich, die wintersaisonalen Niederschläge werden unregelmäßiger, die Sommer heißer und trockener. Für die klassisch nur regional angebaute Rooibos-Pflanze ist das eine ernsthafte Bedrohung – es gibt kein alternatives Anbaugebiet.
Rooibos weltweit
Rooibos ist klassisch nach Kamille das zweitbeliebteste Kräutergetränk der Welt. Wichtige Märkte: Südafrika (Nationalgetränk), Deutschland (der wichtigste Exportmarkt), Niederlande (seit den 1970er Jahren etabliert), Japan (überraschend hoher Konsum) sowie UK, USA, Marokko und Ägypten.
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Rooibos hat einen milden, leicht süßlichen, erdigen und holzigen Geschmack. Der klassische Charakter kommt durch die Fermentation zustande – der süß-holzige Ton ist typisch für den roten (fermentierten) Rooibos.
Klassisch harmoniert Rooibos besonders gut mit: