Die Mandel (Prunus dulcis) ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit – seit über 4.000 Jahren dokumentiert. Bei teeliebe erscheint sie als cremig-nussige Zutat in Winter- und Dessert-Blends.
Botanik
Die Mandel gehört zur Familie Rosaceae (Rosengewächse) – einer der wichtigsten Nutzpflanzenfamilien mit etwa 4.800 Arten. Direkt verwandt mit Rose (siehe Bestandteil-Seite Rosenblüten), Kirsche, Pflaume, Pfirsich, Aprikose, Apfel, Birne, Erdbeere, Himbeere, Brombeere und Hagebutte.
Mandel ist keine Nuss!
Botanisch ist die Mandel keine Nuss, sondern eine Steinfrucht – wie Kirsche, Pflaume, Pfirsich und Aprikose. Was wir essen, ist der Samen (Kern) dieser Steinfrucht. Mandel ist damit botanisch näher verwandt mit Kirsche und Aprikose als mit Walnuss oder Haselnuss.
Süße Mandel vs. Bittermandel
Es gibt zwei Sorten: Süße Mandel (Prunus dulcis var. dulcis) – was wir alle essen – und Bittermandel (Prunus dulcis var. amara). Bittermandeln sind giftig – sie enthalten Amygdalin, ein cyanogenes Glykosid, das bei der Verdauung Blausäure freisetzt. Trotzdem werden Bittermandeln in kontrollierten Mengen für Marzipan, Amaretto und Bittermandelöl verwendet. Das charakteristische Marzipan-Aroma – Benzaldehyd – entsteht aus Amygdalin.
Herkunft: Zentralasien
Ursprünglich aus Zentralasien – speziell Iran, Türkei, Turkmenistan. Domestikation vor 4.000-5.000 Jahren – aus einer giftigen Bittermandel-Wildpflanze wurde durch Selektion eine der wichtigsten Nutzpflanzen der Welt.
Historie – über 4.000 Jahre Mandel
Bronzezeit: Mandeln in Tutanchamuns Grab (1323 v.Chr.) – parallel zu Süßholz und Kornblumen. Bibel: Genesis 43:11 erwähnt Mandeln als Geschenk; der blühende Stab Aarons war ein Mandelzweig (Numeri 17:8). Griechen und Römer: Mittelmeer-Verbreitung. Karl der Große (~795): Mandelbäume im Capitulare de villis in allen Klostergärten vorgeschrieben – zusammen mit Melisse, Süßholz und Salbei. 18. Jahrhundert: Franziskaner-Missionare brachten Mandeln nach Kalifornien – heute produziert Kalifornien über 80 % der Weltproduktion.
Marzipan – die Süßware mit reicher Geschichte
Marzipan hat eine eigene 1.000-jährige Geschichte: Ursprung im arabischen Raum im 9. Jh. – Mandeln, Zucker und Rosenwasser als klassisches Aroma. Über Andalusien und Toledo nach Europa.
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Mandeln haben einen milden, süßlichen, nussigen Charakter mit einer cremigen Textur. In Teemischungen bringen sie eine samtige Süße und einen fettigen Anteil, der besonders in Winter- und Dessert-Blends harmoniert.
Mandeln harmonieren besonders gut mit: