Ein Bio-Second-Flush-Darjeeling vom historischen Singell-Estate
Bio Darjeeling FTGFOP1 Singell ist der elegante Klassiker im teeliebe-Schwarztee-Sortiment – ein Bio-Second-Flush-Premium vom 1841 gegründeten Singell-Estate, der die weltberühmte Muskatell-Note und die zarte, silbrig-getippte Blattqualität in Perfektion zeigt.
Darjeeling – das „Champagner-Gebiet“ der Tees
Darjeeling im indischen Bundesstaat Westbengalen ist die weltweit renommierteste Schwarztee-Region – der klassische Beiname „Champagner der Tees“ ist wörtlich zu nehmen: Wie beim Champagner ist Darjeeling eine geschützte geografische Herkunftsbezeichnung. Seit 2004 in Indien geschützt, seit 2011 als PGI in der EU – nur echte Darjeelings dürfen sich so nennen.
Fakten zur Region:
- Nur 87 klassifizierte Tee-Gärten
- Etwa 17.500 Hektar Anbaufläche
- Weniger als 1 % der Welt-Tee-Produktion
- Höhenlage 600-2100 m in den Himalaya-Ausläufern
- Bei klarem Wetter Blick auf den Kanchenjunga – mit 8.586 m der dritthöchste Berg der Welt
Camellia sinensis var. sinensis – die chinesische Varietät
Der entscheidende botanische Unterschied zu den Assam-Tees: Darjeeling wächst auf der kleinblättrigen, chinesischen Varietät Camellia sinensis var. sinensis – nicht auf der großblättrigen indischen var. assamica (die klassisch für Assam, Ceylon und Ostafrika verwendet wird). Grund: In den kühlen Himalaya-Höhen mit teilweisem Winter-Frost wächst nur die kältetolerante chinesische Varietät.
Robert Fortune – ohne den Tee-Spion gäbe es keinen Darjeeling
Die chinesischen Setzlinge kamen nicht friedlich nach Indien: 1848 reiste der schottische Botaniker Robert Fortune als Chinese verkleidet ins Innere Chinas und schmuggelte für die East India Company 20.000 Tee-Pflanzen sowie chinesische Tee-Meister nach Indien. Diese Setzlinge wurden zur Grundlage des Darjeeling-Tee-Anbaus. Die Wurzeln des Singell-Estates gehen letztlich auf diese Fortune-Aktion zurück.
Mehr zur Kulturgeschichte auf unserer Bestandteil-Seite Schwarzer Tee.
Singell Estate – gegründet 1841
Der Singell Tea Estate wurde 1841 gegründet – nur zwei Jahre nach der ersten kommerziellen Assam-Ernte und einer der allerersten Darjeeling-Tee-Gärten überhaupt. Auf 1200-1800 m Höhe produziert der Estate seit Mitte der 1980er Jahre zertifiziert biologisch – ein Bio-Pionier in Darjeeling und einer der ersten Estates, die den Bio-Weg gingen.
Die Muskatell-Note
Die weltberühmte Muskatell-Note des Second-Flush-Darjeelings entsteht durch einen spektakulären natürlichen Effekt: Der Jassid (Empoasca vitis – die Weinblattzikade) sticht die Teeblätter an. Die Pflanze produziert Abwehrstoffe (Terpenoide) – diese entwickeln bei der anschließenden Oxidation die charakteristische muskateller-, weinig-fruchtige Note. Ein ähnlicher Effekt macht auch den taiwanesischen Bai Hao Oolong so besonders.
Diese natürliche Muskatell-Entstehung ist ein weiterer Grund für Bio-Anbau: Pestizide würden die Jassid-Aktivität stoppen und damit die Muskatell-Note verhindern. Beim Bio-Singell kommt der Effekt in voller Ausprägung zur Geltung.
FTGFOP1 – die höchste Blattqualitätsstufe
FTGFOP1 = Fine Tippy Golden Flowery Orange Pekoe Grade 1 = die höchste Blattqualitätsstufe:
- F = Fine = feine Ausführung
- T = Tippy = viele Tips
- G = Golden = goldfarbene Tips
- F = Flowery = blumig
- OP = Orange Pekoe = Standard-Blattgröße
- 1 = Grade 1 = die höchste Stufe
Der Singell zeigt viele silbrig-goldene Tips – bei einem hochwertigen Second-Flush-Darjeeling immer ein Qualitätsmerkmal.
First, Second, Monsoon, Autumnal – die vier Darjeeling-Ernten
Bei Darjeeling gibt es vier Erntezeiten mit deutlich unterschiedlichem Charakter:
- First Flush (Ende März – April): blumig-frisch, hellgrünlich
- Second Flush (Mai – Juni): das Ideal – vollmundig, mit Muskatell-Note
- Monsoon Flush (Juli – August): kräftiger, oft für Mischungen
- Autumnal Flush (Oktober – November): mild-ausgewogen
Geschmack & Charakter
- Aroma: Weich-samtiges Muskatell-Aroma, blumig-fruchtig, leicht weinig, mit Honig-Untertönen
- Tassenfarbe: Leuchtend bronzefarben bis kupferbraun
- Textur: Vollmundig, aber leicht – kein schwerer Malz-Charakter wie beim Assam!
- Nachhall: Lang, elegant, mit anhaltender Frucht-Note
Für wen sich der Tee eignet
- Darjeeling-Kenner, die einen Bio-Second-Flush-Klassiker suchen
- Anspruchsvolle Teetrinker, die einen puren, eleganten Nachmittagstee wollen
- Bio-Käufer, die den Bio-Pionier-Status des Estates schätzen
- Muskatell-Liebhaber – die weltberühmte Second-Flush-Note in Perfektion
- Geschenk-Interessierte – ein Bio-Premium-Darjeeling in FTGFOP1-Qualität
Andere Bio-Schwarztee-Klassiker:
- Der Bio-Assam-Klassiker: Bio Schwarztee Assam Chardwar FTGFOP1 – kräftig-malzig
- Der zweite Bio-Assam: Bio Assam Banaspaty FTGFOP1 – aus Karbi Anglong
- Der Bio-China-Klassiker: Bio Schwarztee Keemun OP – aus Anhui, mild-würzig
Mein Tipp: Der Sonntagnachmittag-Darjeeling
Der Bio Singell ist der klassische Nachmittags-Darjeeling – am besten pur genossen, mit sanft aufgebrühter Zubereitung. Für Kenner: Einmal mit First Flush vergleichen (der Finest First Flush im Sortiment) – man erlebt die spannende Bandbreite der Darjeeling-Ernten in einer Sitzung. Für den nordischen Sommer: als kalter Sommer-Tee (kaltgezogen) – die Muskatell-Note kommt kalt ganz anders zur Geltung.
Du willst mehr zur Camellia-sinensis-Botanik, den Verarbeitungsstufen, dem Grading-System oder der 5000 Jahre alten Kulturgeschichte des Tees erfahren? Alles auf unserer Bestandteil-Seite Schwarzer Tee – oder schau das gesamte Sortiment an Bio-Schwarztees.
Zutaten: Bio Schwarztee
Häufige Fragen zum Bio Darjeeling FTGFOP1 Singell
Was ist besonders am Singell Estate? Der Singell Tea Estate wurde 1841 gegründet – nur zwei Jahre nach der ersten kommerziellen Assam-Ernte und einer der allerersten Darjeeling-Tee-Gärten überhaupt. Auf 1200-1800 m Höhe produziert der Estate seit Mitte der 1980er Jahre zertifiziert biologisch – ein Bio-Pionier in Darjeeling. Der Tee bekommt zahlreiche Auszeichnungen für Second-Flush-Qualität.
Was ist die Muskatell-Note? Die charakteristische weinig-fruchtige Note des Second-Flush-Darjeelings – erinnert an Muskateller-Wein. Sie entsteht durch einen spektakulären natürlichen Effekt: Der Jassid (Empoasca vitis – die Weinblattzikade) sticht die Teeblätter an. Die Pflanze produziert Abwehrstoffe (Terpenoide) – diese entwickeln bei der Oxidation die Muskatell-Note. Ein ähnlicher Effekt macht auch den taiwanesischen Bai Hao Oolong so besonders. Deshalb ist Bio-Anbau bei Darjeeling besonders sinnvoll – Pestizide würden die Jassid-Aktivität stoppen.
Was heißt FTGFOP1? Die höchste Blattqualitätsstufe im Grading-System:
- F = Fine = feine Ausführung
- T = Tippy = viele Tips (im Bild klar erkennbar!)
- G = Golden = goldfarbene Tips
- F = Flowery = blumig
- OP = Orange Pekoe = Standard-Blattgröße
- 1 = Grade 1 = höchste Stufe
Warum wächst in Darjeeling die chinesische Varietät? Weil in den kühlen Himalaya-Höhen von 600-2100 m mit teilweisem Winter-Frost die hitzeliebende var. assamica nicht wächst. Nur die kältetolerante Camellia sinensis var. sinensis (die chinesische, kleinblättrige Varietät) gedeiht in Darjeeling. Die chinesischen Setzlinge kamen 1848 durch Robert Fortune nach Indien – der als Chinese verkleidet 20.000 Tee-Pflanzen aus China schmuggelte.
Was ist der Unterschied zwischen First und Second Flush? Die vier Darjeeling-Ernten:
- First Flush (März – April): blumig-frisch, hellgrünlich, leicht – siehe Finest First Flush
- Second Flush (Mai – Juni): das Ideal – vollmundig, mit Muskatell-Note (der Singell!)
- Monsoon Flush (Juli – August): kräftiger, weniger elegant
- Autumnal Flush (Oktober – November): mild-ausgewogen – siehe Darjeeling Autumnal