Saflor ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit – über 9.000 Jahre lang als Färbe- und Ölpflanze angebaut. Bei teeliebe erscheint sie als leuchtend orange-rote Farbtupfer, die die Optik der Mischungen prägen. Das Aroma ist mild bis geschmacksneutral, die eigentliche Rolle: die intensive Farbe.
Saflor ist NICHT Safran!
Namens- und Farbähnlichkeit haben über Jahrhunderte für Verwechslungen gesorgt. Botanisch sind es aber zwei völlig verschiedene Pflanzen aus verschiedenen Familien:
Saflor / Färberdistel (Carthamus tinctorius):
Safran (Crocus sativus):
Beide Namen kommen aus derselben arabischen Wurzel: „asfar“ = „gelb“. Aber botanisch sind sie so weit voneinander entfernt wie eine Distel von einer Iris.
Botanik
Saflor gehört zur Familie Asteraceae (Korbblütler). Weitere Verwandte im Sortiment: Kamille, Schafgarbe, Löwenzahn, Zichorie, Estragon, Wermut, Beifuß, Artischocke – plus Salat, Endivie, Chicorée. Die Familie Asteraceae ist mit über 32.000 Arten weltweit die größte Familie der Blütenpflanzen.
Ur-Öl-Pflanze mit 9.000 Jahren Geschichte
Saflor ist eine der ältesten kultivierten Ölpflanzen der Menschheit. 7.000-9.000 Jahre alte Funde in ägyptischen Gräbern belegen den frühen Anbau. Tutanchamun (13. Jh. v. Chr.) hatte Saflor-Kränze im Grab – als Öl, Farbstoff und Pigment.
Farbstoffe: Carthamin und Carthamidin
Die orange-roten Blütenblätter enthalten zwei Farbstoffe:
Historische Anwendungen weltweit
Japanische Kimonos – „Beni“: Der Beni-Farbstoff aus Saflor war essentiell für rote Kimonos. Geisha-Tradition: Beni als Lippenstift-Farbe („Beni-Bara“). Bis heute wird Beni von wenigen Meistern in der Yamagata-Region hergestellt – der Prozess dauert monatelang.
Chinesische Seiden-Färberei: Rote Seide für kaiserliche Kleidung, „Hong Hua“-Seide als Luxusprodukt.
Ägyptische Mumien-Wickel: Rote Bänder in Grabkammern – kombiniert mit Ocker und Erdfarben.
Englisches Rouge in viktorianischer Zeit: Das Wangenrot der viktorianischen Damen basierte auf Saflor-Carthamin. Vor der Erfindung synthetischer Rot-Pigmente war Saflor die wichtigste Rot-Quelle für Kosmetik.
Etymologie – „asfar“ verbindet Saflor und Safran
Die Sprachwurzel verbindet die beiden Pflanzen: „Saflor“ vom arabischen „asfar“ = „gelb“. „Safran“ hat dieselbe arabische Wurzel! „Carthamus“ vom arabischen „kartum“ = „malen, färben“. „tinctorius“ lateinisch „zum Färben verwendet“. Chinesisch „紅花“ (hóng huā) = „Rote Blume“. Japanisch „べに花“ (benibana) = „Rote Blume“. Französisch „safran des teinturiers“ (Färber-Safran). Italienisch „zafferano bastardo“ (Bastard-Safran).
Vom Färber-Klassiker zum Speiseöl
Bis ins 19. Jahrhundert war Saflor primär eine Färbepflanze. 1856 erfand Perkin die synthetischen Anilin-Farbstoffe – Saflor wurde massiv aus der Färbeindustrie verdrängt. Der Anbau schrumpfte, und der Weltmarkt konzentrierte sich auf Saflor als Speiseöl-Quelle (30-40 % Öl-Gehalt in den Samen, Linolensäure-reich bis 80 %). Heute wird Saflor weltweit auf ca. 600.000 Tonnen jährlich angebaut – größter Produzent: Indien, gefolgt von USA (Kalifornien), Mexiko, Argentinien, Kasachstan, Australien und der Türkei.
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Saflorblüten haben einen milden, leicht süßlichen, praktisch geschmacksneutralen Charakter. Die eigentliche Rolle: die intensive orange-rote Farbe durch die Farbstoffe Carthamin (rot) und Carthamidin (gelb). Als geschmacksneutraler Farbträger ideal für Blends, die farblich aufgewertet werden sollen, ohne das Aroma zu verändern.
Saflorblüten harmonieren besonders gut mit: