„Fliederbeere“ ist der norddeutsche Volksname für die Holunderbeere (Sambucus nigra). Bei teeliebe erscheinen die tiefschwarzen Beeren als herbfruchtige Zutat in Sommer- und Beeren-Blends. Und der Holunder ist eine besondere Zutat: Die Steiermark ist eines der wichtigsten Holunder-Anbaugebiete Europas – Holunder ist teeliebe-Heimat!
Fliederbeere ist NICHT Flieder!
Fliederbeere und Zier-Flieder sind zwei völlig verschiedene Pflanzen aus zwei völlig verschiedenen Familien!
Warum die Namensverwirrung? Der einheimische Holunder war schon lange als „Flieder“ bekannt (v.a. in Norddeutschland). Als der Zier-Flieder im 16. Jahrhundert aus Anatolien nach Europa kam, übernahm der Volksmund den Namen „Flieder“ auch für den neuen exotischen Zier-Strauch. Die Namensverwirrung besteht bis heute.
Regionale Namen für Sambucus nigra
Frau Holle und die Mythologie
Der Holunder war einer der wichtigsten heiligen Bäume der Germanen. In der germanischen Mythologie war er die Wohnstätte der Frau Holle (Hulda/Holda/Perchta) – der Göttin des Winters, der Fruchtbarkeit und des Todes.
„Vor jedem Holunder muss man den Hut ziehen“ – diesen volkstümlichen Brauch gab es bis ins 20. Jahrhundert. Ein Holunder im Garten galt als Glücksbringer und Hausschutz. Das Fällen eines Holunders war im Volksglauben ein schwerer Frevel, der Unglück brachte. Grimms Märchen „Frau Holle“ hat diese uralte Verbindung erhalten.
Botanik
Der Schwarze Holunder gehört zur Familie Adoxaceae (Moschuskrautgewächse) – einer kleinen Familie mit nur etwa 200 Arten weltweit. Bis vor kurzem wurde Sambucus zu den Caprifoliaceae (Geißblattgewächse) gezählt – erst neuere molekulargenetische Studien haben Adoxaceae als eigenständige Familie etabliert. Verwandte: Roter Holunder (Sambucus racemosa), giftiger Zwergholunder (Sambucus ebulus), Schneeball (Viburnum) und Moschuskraut (Adoxa).
Sambuca und Sambucus – die Etymologie
„Sambucus“ kommt vom griechischen „sambuke“ (σαμβύκη) – einem antiken Streichinstrument aus hohlen Holunder-Zweigen. Der Holunder hat einen markigen, weichen Kern – die getrockneten Zweige lassen sich leicht aushöhlen und wurden traditionell für Blas- und Streichinstrumente verwendet. „Holunder“ vom althochdeutschen „holuntar“ = „hohler Baum“.
Der italienische Likör „Sambuca“ hat seinen Namen ebenfalls von Sambucus – wurde ursprünglich mit Holunderblüten aromatisiert (heute meist mit Anis/Sternanis).
Hollersirup, Fliederbeersuppe, Hugo
Der Holunder ist eine der kulinarisch vielseitigsten Wildpflanzen Europas:
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Fliederbeeren (Holunderbeeren) haben einen tief-fruchtigen, leicht säuerlichen und leicht herben Charakter – erinnern an dunkle Waldbeeren mit einer tanninigen Note. Die intensive tiefviolette Farbe gibt dem Aufguss eine schöne dunkle Färbung.
Fliederbeeren harmonieren besonders gut mit: